Frauen an der Börse: Rekord bei Anlegerinnen, die Lücke bleibt

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Nell Pigot
Stand: 15.10.2026Lesezeit: 6 Min.

5,4 Millionen Frauen in Deutschland haben Geld in Aktien, Fonds oder ETFs. So viele wie nie. Gleichzeitig investieren deutlich weniger Frauen als Männer, und oft fehlt schlicht der Spielraum im Monat. Hier liest du, was hinter den neuen Zahlen steckt, wo die Lücke liegt und wie dein Einstieg mit einem klaren Plan gelingt, auch mit kleinen Beträgen.

Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung, Rechtsberatung oder Steuerberatung dar. Investitionen in Aktien und andere Wertpapiere sind mit Risiken verbunden, bis hin zum Verlust des eingesetzten Kapitals. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Indikator für zukünftige Erträge.

So viele Anlegerinnen wie nie

5,4 Millionen. So viele Frauen in Deutschland hatten 2025 Geld in Aktien, Aktienfonds oder ETFs. Das zeigen die Aktionärszahlen des Deutschen Aktieninstituts. Im Jahr davor war es noch eine Million weniger. Ein Plus von 24 Prozent in zwölf Monaten.

Bei den Männern lag der Zuwachs im selben Zeitraum bei 12 Prozent. Die Zahl der Anlegerinnen ist also doppelt so schnell gewachsen. Und sie ist Teil eines größeren Trends: Insgesamt besaßen 2025 rund 14,1 Millionen Menschen in Deutschland eine Aktienanlage, so viele wie noch nie. Der bisherige Rekord aus dem Jahr 2022 lag bei knapp 12,9 Millionen.

Vielleicht gehörst du selbst zu den neuen Anlegerinnen. Vielleicht denkst du gerade darüber nach. In beiden Fällen lohnt ein genauer Blick auf die Zahlen. Sie erzählen zwei Geschichten: eine vom Aufholen und eine von einer Lücke, die noch offen ist.

Was hinter dem Rekord steckt

Zwei Gruppen haben den Schub besonders getragen: Frauen und junge Menschen. 4,9 Millionen Menschen unter 40 besitzen inzwischen Aktienfonds, ETFs oder Aktien. Diese Altersgruppe ist seit 2024 die größte unter den Aktienbesitzer:innen in Deutschland. 2025 kamen hier 1,2 Millionen dazu, das sind rund 60 Prozent des gesamten Zuwachses.

Auffällig ist auch, wie investiert wird. 9,2 Millionen Menschen setzen ausschließlich auf Aktienfonds oder ETFs. Nur 2 Millionen haben ausschließlich einzelne Aktien im Depot. Der typische Einstieg sieht also nicht nach hektischem Börsenhandel aus. Er sieht nach einem breit gestreuten Fonds aus, der viele Unternehmen auf einmal bündelt. 46,7 Prozent der Frauen mit Depot regelmäßig per Sparplan an, bei den Männern waren es 40,8 Prozent. Ein Sparplan heißt: Jeden Monat geht automatisch ein fester Betrag in einen Fonds oder ein Wertpapier. Du musst dich nicht um den richtigen Zeitpunkt kümmern.

Der Haken: Aufgeholt heißt noch nicht eingeholt

So erfreulich die Entwicklung ist, die absoluten Zahlen bleiben ungleich. 5,4 Millionen Anlegerinnen stehen 8,7 Millionen Anlegern gegenüber. Auch nach dem Rekordjahr investieren also deutlich weniger Frauen als Männer.

Ein Grund liegt beim Spielraum im Monat. Laut der Studie „Female Finance“ des Bankenverbands können 27 Prozent der Frauen mehr als 200 € im Monat zurücklegen oder investieren. Bei den Männern sind es 38 Prozent. Wer weniger übrig hat, fängt oft später an oder legt kleinere Beträge an.

Die Ursachen kennen viele aus ihrem eigenen Alltag. Frauen arbeiten häufiger in Teilzeit und unterbrechen ihre Erwerbstätigkeit öfter, etwa für Kinder oder die Pflege von Angehörigen. Das Einkommen ist dann geringer oder kommt mit Pausen. Wer so investiert, braucht einen Plan, der auch mit schwankenden Beträgen funktioniert.

Das hat Folgen für später. 71 Prozent der Frauen rechnen laut Bankenverband damit, im Ruhestand ihren Lebensstandard deutlich senken zu müssen. Diese Zahl klingt erst mal ernüchternd. Sie zeigt aber, wie viel jeder Euro bewirken kann, der früh und regelmäßig angelegt wird. Und genau da setzen die nächsten Schritte an.

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Wie viel Spielraum hast du im Monat? In der Finanzguru App siehst du deine Fixkosten auf einen Blick.

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Vier Schritte für deinen Einstieg

1. Finde deinen Spielraum, bevor du über Beträge nachdenkst

Die meisten Ratgeber fangen mit der Frage an, welcher ETF der richtige ist. Sinnvoller ist eine andere Frage: Wie viel bleibt am Monatsende wirklich übrig? Erst wenn du das weißt, kannst du einen Betrag wählen, der zu deinem Leben passt und den du auch in einem teuren Monat durchhältst.

In der Finanzguru App siehst du deine Fixkosten, Verträge und Abos auf einen Blick. Unsere KI ordnet deine Umsätze automatisch Kategorien zu, so erkennst du schnell, wohin dein Geld fließt. Vielleicht entdeckst du dabei einen Vertrag, den du gar nicht mehr nutzt. Jeder Euro, den du dort freiräumst, ist ein Euro für deinen Sparplan. Was du daraus machst, entscheidest du.

2. Klein anfangen ist kein Kompromiss

Die Zahlen des Bankenverbands zeigen: Viele Frauen haben im Monat weniger Spielraum. Das ist kein Grund, auf später zu warten. Bei Sparplänen zählt vor allem die Zeit. Ein Rechenbeispiel: Legst du 30 Jahre lang jeden Monat 50 € an und nimmst eine Wertentwicklung von 5 Prozent pro Jahr an, zahlst du insgesamt 18.000 € ein. Am Ende stünden rund 41.600 € im Depot. Das ist eine Beispielrechnung ohne Kosten und Steuern, keine Garantie. Die tatsächliche Entwicklung kann höher oder niedriger ausfallen.

Zur Einordnung: Das Deutsche Aktieninstitut nennt für langfristige, breit gestreute und regelmäßige Aktienanlagen im Durchschnitt sechs bis neun Prozent Ertrag pro Jahr. Unsere Annahme liegt also bewusst darunter.

3. Breit streuen statt auf Einzelne setzen

Ein ETF ist ein Fonds, der einen ganzen Index nachbildet, zum Beispiel die größten Unternehmen weltweit. Statt auf eine einzelne Firma zu setzen, kaufst du mit einem einzigen Wertpapier Anteile an vielen Unternehmen auf einmal. Läuft es bei einer schlecht, fällt das im Gesamtbild weniger ins Gewicht.

Damit bist du in guter Gesellschaft. Wie oben gesehen, setzen die meisten Menschen in Deutschland ausschließlich auf Fonds und ETFs. Für den Anfang reicht oft ein einziger, breit gestreuter ETF. Achte dabei auf die laufenden Kosten, die als Prozentwert pro Jahr angegeben werden. Je niedriger sie sind, desto mehr bleibt für dich.

4. Lass den Sparplan von allein laufen

Der größte Vorteil eines Sparplans ist, dass du nicht ständig entscheiden musst. Er läuft im Hintergrund weiter, auch in Monaten, in denen die Kurse fallen. Dann kaufst du für denselben Betrag sogar mehr Anteile.

Wichtig ist ein Polster für Unvorhergesehenes. Ein Notgroschen auf dem Tagesgeldkonto sorgt dafür, dass du deinen Sparplan nicht auflösen musst, wenn die Waschmaschine kaputtgeht. Und wenn sich dein Spielraum ändert, weil du in Teilzeit gehst oder mehr verdienst, passt du die Rate einfach an. Bei vielen Anbietern kannst du ihn auch pausieren.

So kann das aussehen

Ein Beispiel, wie es vielen gehen dürfte: Lena ist 31 und arbeitet seit der Geburt ihres Sohns in Teilzeit. Sie hatte lange das Gefühl, für einen Sparplan bleibe ohnehin nichts übrig. Als sie ihre Ausgaben einmal sortiert vor sich sieht, fallen ihr zwei Dinge auf: ein Streaming-Abo, das sie kaum nutzt, und ein Handyvertrag, der seit Jahren zu teuer ist. Das sind zusammen gut 30 € im Monat.

Sie kündigt das Abo, wechselt den Tarif und legt den Betrag in einen ETF-Sparplan. Ein Vermögen ist das nicht. Aber Lena hat angefangen, ohne auf ihren Alltag verzichten zu müssen. Und sobald sie wieder mehr Stunden arbeitet, erhöht sie die Rate.

Das Beispiel ist ausgedacht, die Mechanik dahinter nicht. Wer zuerst seinen Spielraum kennt, trifft entspanntere Entscheidungen.

Dein nächster Schritt

Du musst heute keinen perfekten Plan haben. Drei kleine Schritte reichen für den Anfang:

  1. Schau dir an, was am Ende des Monats übrig bleibt. Ehrlich und ohne Schönrechnen.
  2. Prüf deine laufenden Verträge und Abos. Dort steckt oft der erste Betrag für deinen Sparplan.
  3. Leg eine Rate fest, die du auch in einem teuren Monat hältst. Erhöhen kannst du sie später immer noch.

Mehr als 5 Millionen Frauen haben diesen Schritt bereits gemacht. Mit Finanzguru siehst du deine Finanzen auf einen Blick, wie schon 4 Millionen Kund:innen. Die KI rechnet mit, du entscheidest.

Die wichtigsten Fragen zusammengefasst

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